Eishockey in Deutschland – Nachwuchs gefragt

In Deutschland wird es an Wintertagen von jeher kalt, sind Wintersportarten traditionell verankert und so ist es entsprechend auch kein Wunder, dass Eishockey zu den bekannten Sportarten mit Tradition gehört. Dennoch hat es – im Vergleich zu anderen Sportarten – erstaunlich lange gedauert, bis sich das blitzschnelle Mannschaftsspiel auf dem Eis hierzulande etablierte und sich über eine bedeutende Fangemeinde freuen konnte. Große Erfolge im internationalen Vergleich sind in der deutschen Eishockeygeschichte bislang ebenso als Mangelware zu beklagen.

Die Eishockeygeschichte

Doch beides sollte niemanden vom Eishockey in Deutschland abhalten: Sowohl aktiv als ausgeübte Sportart als auch auf der Zuschauerbank ist der Mannschaftssport ein riesiges Vergnügen mit enorm viel Spannung! Februar 1887, Halensee Berlin: In der deutschen Eishockeygeschichte begeben sich zum ersten Mal zwei Teams aufs Eis und tragen ein Turnier dieses Mannschaftssports aus, der vom Ursprung her in Kanada verwurzelt ist. Wenngleich das Sportereignis Eishockeler und Zuschauer faszinierte, blieb Eishockey zunächst eine Berliner Angelegenheit. Bis heute gilt die Bundeshauptstadt als Hochburg des deutschen Eishockeys. Selbst bei der EM 1910, an der Deutschland teilnahm, waren die Berliner in der Mannschaft noch nahezu unter sich. Eishockey ist zwar inzwischen in allen Regionen Deutschlands bekannt und zählt viele Mannschaften. Doch nach wie vor ist zu beklagen, dass es dem Sport an Nachwuchs fehlt. War dies ehemals dadurch verursacht, dass der Sport wenig verbreitet war, liegt dies inzwischen auch darin begründet, dass für die Nachwuchsförderung zu wenig getan werde und in den deutschen Ligen ausländische Spieler zu viel Raum einnähmen. So zumindest die Kritiker.

Die Teams

1912 wurde die erste Deutsche Meisterschaft ausgetragen, die erwartungsgemäß der Berliner Schlittenschuhclub gewann. Dieser Club blieb lange Zeit erfolgreich und ist bis heute Rekordmeister der deutschen Eishockeygeschichte. Allerdings liegt der letzte Titelgewinn 1976 weit zurück. 2004 ging der Club insolvent, wurde aber wieder zu neuem Leben erweckt und ist seit 2009 in der Sachsenliga wieder dabei. Es dauerte aufgrund der bewegten deutschen Geschichte und der mäßigen Ausbreitung des Sports bis 1948, um eine bundesweite Eishockey-Liga herauszubringen. Lange Zeit wurde die Bundesliga nach wie vor von den Berliner Teams beherrscht, bevor allmählich andere Teams wie die Düsseldorfer EG 1967 den Titel nach Hause brachten. 1963 gründete sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und regelte fortan den Spielbetrieb der überregionalen Ligen und stellte die Nationalmannschaft. 1994 wurde nach dem Vorbild der renommierten, nordamerikanischen National Hockey League (NHL) die Deutsche Eishockey Liga DEL gegründet.

Die Erfolge

Die internationalen Erfolge der DEB-Mannschaft sind bislang eher mäßig. Dabei hat alles einmal so gut angefangen. Den ersten internationalen Cup gewann die deutsche Nationalmannschaft bei den Eishockey-Europameisterschaften im Jahr 1930 und wurde bei der EM vier Jahre später, die in Deutschland ausgetragen wurden wurde, gleich wieder die Nummer 1 auf dem Siegertreppchen. Doch dabei sollte es dann auch bleiben. Seither müssen sich deutsche Eishockey-Fans mit kleineren Erfolgen zufrieden geben. Auch wenn die deutsche Liga einige internationale Eishockey-Stars hervorgebracht hat, die es bis zur ruhmreichen Aufnahme in die NHL schafften, hielt sich der Erfolg der Nationalmannschaft bislang in Grenzen. Bei der Weltmeisterschaft 2010 feierten die Zuschauer zumindest einige Fanrekorde in der deutschen Eissportgeschichte und feuerten die Nationalmannschaft bis auf Platz 4 an. Dass ist doch mal ein Zwischenresultat auf dem weg nach oben, dass sich sehen lassen kann.

Foto: Thomas Oswald – Fotolia.com

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