Eishockey und Bandy – Traditionssportarten auf Kufen

Der offiziellen Geschichte nach entstand Eishockey in Kanada und wurde dort im 19. Jahrhundert durch die sportliche Aktivität britischer Soldaten ins Leben gerufen, die ihren beliebten Sport aus der Heimat zu einer Variante auf dem Eis abwandelten. So einfach wie dies klingt, sind die Wurzeln des beliebten Mannschaftssports allerdings nicht festzumachen. Auch in anderen Ländern wurden ähnliche Torspiele auf der Eisfläche ausgetragen.

Die Top-Nationen bei den Meisterschaften

Die erfolgreichsten Nationen bei der Eishockey-WM sind Russland, Kanada, Tschechien und Schweden. Die deutschsprachigen Nationen spielen bislang eher eine mäßig bedeutende Rolle bei der Jagd um den Titel. In der dänischen Geschichte werden verwandte Teamsportarten bereits zur Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Eine weitere traditionsreiche Sportart, die dem Eishockey sehr ähnelt, ist Bandy. Diese ist der Geschichte nach in den Niederlanden rund ums 16. Jahrhundert entstanden. Das klingt alles verwirrend. Wo liegen denn nun die Wurzeln des Eishockeys tatsächlich?

Torspiele auf dem Eis

Wird als Grunddefinition festgelegt, Torspiele als Mannschaftssport mit Kufen auf dem Eis auszutragen, dann liegen die Wurzeln tatsächlich zu sehr frühen Zeiten in Europa und ist Bandy als Vorläufer des Eishockeys zu sehen. Dieses Spiel war bereits im Mittelalter populär und wurde unter anderem Bandja genannt. Das moderne Bandy in der heutigen Regelform wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert in England entwickelt. Bis heute ist diese Sportart aktuell. Vor allem in Nordeuropa und Osteuropa erfreut sich dieser Eissport nach wie vor großer Popularität. In Schweden ist es gar die drittgrößte Mannschaftssportart. Wirklich herausragende Nationalmannschaften stellen jedoch nur Schweden und Russland, die bis auf wenige Ausnahmen die Meisterschaft unter sich ausmachen. Bandy gehört übrigens zu den wenigen Mannschaftssportarten, die von Beginn an auch bei Frauen populär waren. Bandy unterscheidet sich jedoch maßgeblich vom Eishockey: Zum einen wird dieser Sport mit einem Ball gespielt. Zum anderen lehnen sich die Regeln eng an die des Fußballs und teilweise des Feldhockeys an. So bestehen hinsichtlich des Spielverlaufs und Regelwerks nur bedingte Ähnlichkeiten zwischen den beiden Mannschaftssportarten auf dem Eis.

Eishockey ist eine Erfolgsgeschichte

Bezüglich dieser Unterschiede zum Bandy kann die Entstehung des Eishockeys also tatsächlich im 19. Jahrhundert in Kanada gesehen werden, als diese Sportart aus dem schottischen Shinney heraus entwickelt wurde, welches wiederum die Wurzeln im irischen Hurling hat. Betrachtet man die Schnelligkeit und Körperbetontheit des Spiels, sind die Parallelen überdeutlich. Zunächst wurde Eishockey in Kanada und den USA populär. Später verbreitete sich die Sportart aber über mehrere Kontinente. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das erste offizielle Spiel in Berlin ausgetragen. Auch die Österreicher, Schweizer, Skandinavier, Russen und viele osteuropäische Nationen begeisterten sich sehr zügig für die Sportart. International Meisterschaften finden seit 1920 statt und seit 1924 werden Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen ausgetragen. Eine Besonderheit bezüglich der internationalen Wettkämpfe gibt es allerdings: Aufgrund der internationalen Bedeutung der nordamerikanischen National Hockey League hinsichtlich ihres Ansehens werden Weltmeisterschaften im Eishockey weniger ernst genommen als beispielsweise beim Fußball. Die NHL nimmt mit ihrer Spielsaison auf die Austragung der Eishockey WM zum Beispiel keine Rücksicht. Bis 1976 wurden die WM generell unter Amateuren ausgetragen. Bis heute werden von Kanada und besonders den USA selten Topspieler mit dem Nationalkader entsandt.

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